LifeTeachUs-Stunde: "Vor- und Nachteile digitaler Medien"
Roland Heynkes 15.6.2026, CC BY-SA-4.0 DE
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Auf dieser Seite sollen besonders Interessierte in ausführlicherer Form nachlesen können, was ich in einer LifeTeachUs-Stunde zum Thema: "Vor- und Nachteile digitaler Medien" erklären wollte.
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Kindern schaden digitale Medien, weil sie beim Lernen menschliche Bezugspersonen und analoge Bücher brauchen und mit Hand, Stift und Handschrift anstatt mit Tastaturen und Druckbuchstaben schreiben sollten. Auch Jugendlichen bringen digitale Medien keine Vorteile, wenn sie nur digitalisierte Abbilder analoger Medien in einem Pixel-Format zeigen.
Aber reiferen Schülern bieten Hypertexte wesentliche Vorteile gegenüber gedruckten Büchern.
Smartphones, Tablets und große Computer bieten zahlreiche Apps, die Schülern beim Lernen als mächtige Werkzeuge dienen.
Ein Zugang zum World Wide Web bietet Schülern fast unbegrenzte Recherche-Möglichkeiten.
Künstliche Intelligenz revolutioniert gerade Wissenschaft, große Teile der Berufswelt sowie unser Schulsystem. Deshalb ist es weder möglich noch sinnvoll, künstliche Intelligenz und digitale Medien aus Schulen heraus halten zu wollen. Referate und Facharbeiten dürfen nicht mehr zur Notenbildung beitragen, aber in Zukunft könnte künstliche Intelligenz große Teile der Prüfungen übernehmen. Künstliche Intelligenz könnte das Problem des Lehrermangels reduzieren und endlich ein bundeseinheitliches Prüfungssystem ermöglichen.

Die Algorithmen von Aufmerksamkeitsstaubsaugern wie TikTok und Instagramm machen süchtig und stehlen dadurch Menschen Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. So bleibt nicht genug Zeit für soziales und emotionales Lernen sowie für Schule, Sport und Musik. Sie verzerren außerdem die Wahrnehmung der Wirklichkeit und können zu Ängsten und psychischen Störungen führen. TikTok wurde inzwischen vom chinesischen Staat übernommen und wird zur hybriden Kriegsführung genutzt.
Stundenlanges Starren auf Bildschirme fördert Kurzsichtigkeit, Schlafstörungen, Bewegungsmangel und Haltungsschäden. Die Folge davon können Probleme mit Venen und Lymphgefäßen, Tollpatschigkeit, Fettleibigkeit und Diabetes sein.
Eltern schaden der Hirnentwicklung ihrer Babys und bewirken Entwicklungsstörungen, wenn sie nicht ihre Babys, sondern Bildschirme ansehen. Und sie sind schlechte Vorbilder für einen gesunden Umgang mit der neuen Technik.
Kinder lernen kaum von Lernprogrammen, sondern brauchen zum Lernen reale Menschen, die ihnen Dinge erzählen, erklären oder vormachen. Smartphones und Tablets sind für Kinder kein brauchbarer Ersatz für Eltern, die ihnen vorlesen, mit ihnen spielen und ihnen anständiges Verhalten vorleben. Bei Jugendlichen ändert sich das zunehmend. Für sie können Smartphones und Tablets wertvolle Werkzeuge sein, wenn sie gelernt haben, möglichst nur sinnvoll damit umzugehen. Und das wird stark dadurch beeinflusst, wie ihre Eltern Geräte und Medien nutzen.
Weil in den sozialen Medien jeder einzelne Inhalt sehr kurz ist und man immer schnell zu nächsten Inhalt springt, trainieren soziale Medien im Gegensatz zu Büchern und Spielen mit anderen Menschen keine langen Aufmerksamkeitsspannen. Im Gegensatz zu Büchern und Gesprächen mit Menschen regen soziale Medien kaum zum Nachdenken und die eigene Phantasie an.

Manche Kinder wohlhabender und technikaffiner Eltern können Geräte und KI-Tools nutzen, die ihnen nicht nur die Hausaufgaben abnehmen und Facharbeiten verfassen. Smartphones, Smartwatches, Mini-Kopfhörer, Smartglasses, KI-Scan-Stifte, KI-Pins und KI-Ringe werden auch zunehmend zum Schummeln bei Klausuren genutzt.
Aber im Durchschnitt ist es auch so, dass die Kinder bildungsnaher Familien digitale Medien sinnvoller und produktiver nutzen als die Kinder bildungsferner Familien.

Manchmal vergessen Schüler, sich am Ende einer Unterrichtsstunde von ihrem Schul-Account abzumelden. Dann kann es vorkommen, dass er von Mitschülern für kriminelle oder kompromittierende Aktivitäten mißbraucht wird.
Wenn man Anrufe von Unbekannten annimmt und sich auf Gespräche einlässt, dann kann es passieren, dass Gespräche aufgezeichnet werden, um mit Hilfe einer KI täuschend echt wirkende Schocknachrichten zu erzeugen, die Angehörige zur Überweisung oder Übergabe von Geld verleiten.
Wer Fotos von sich ins Internet stellt, riskiert die Erstellung kompromittierender Deep-Fake-Videos durch Kriminelle mit Hilfe von KI.
Links und QR-Codes können unbemerkt zu sehr echt wirkenden gefäschten Internetseiten führen, die dann Benutzernamen, Paßwörter, Kreditkarten-Informationen abfragen.
Während man früher Betrugsversuche fast immer leicht an schlechtem Deutsch oder einzelnen Buchstaben aus dem kyrillischen Alphabet erkennen konnte, erstellen heute KI-Sprachmodelle Texte in perfektem Deutsch, während sogar die meisten Deutschen die deutsche Grammatik nicht mehr beherrschen.
In sozialen Medien treiben sich Kriminelle und Perverse mit falschen Identitäten herum und erschleichen sich der Vertrauen leichtgläubiger junger Menschen.
KI-Modelle wie Fable 5 und Mythos 5 von Anthropic können von feindlichen Staaten und organisierter Kriminalität genutzt werden, um die in jedem Betriebssystem und praktisch jeder App vorhandenen Schwachstellen zu finden und selbst für Angriffe zu nutzen.
Smartphones und moderne Autos sind Tracker und Abhörgeräte, die Kriminellen und Geheimdiensten das Abhören unserer Gespräche sowie die Analyse unserer Bewegungen und sozialen Netzwerke (Familie, Freunde) ermöglichen.
Kriminelle und Perverse nutzen KI auf vielfältige Weise, um Betrug, Mißbrauch und andere Verbrechen auf einem ganz neuen Niveau zu begehen. Darum sind im Umgang mit Telephon, Smartphone und Internet Vorsicht und Mißtrauen angebracht.

In sozialen Medien sind viele Bot genannte automatisierte Computerprogramme aktiv, die menschliches Verhalten auf Plattformen wie X (ehemals Twitter), Instagram oder Facebook nachahmen. Sie dienen demokratiefeindlicher oder das Vertrauen in Politik, Rechtstaat und Wissenschaft reduzierender Meinungsbildung. Dazu produzieren sie Beiträge/Kommentare, liken bestimmte Beiträge oder verbreiten falsche Nachrichten.
Soziale Medien werden auch für politische oder religiöse Radikalisierungen genutzt. Es gibt darin sogar Anwerbungen für Attentate, Sabotage und Spionage, die sich oft an noch nicht strafmündige junge Menschen richten. Werden sie erwischt, drohen ihnen aber gravierende zivilrechtliche Konsequenzen. Die Eltern können bestraft werden oder das Sorgerecht verlieren und selbst Kinder können zu extrem hohen Zahlungen von Schmerzensgeld für Angehörige oder zum Ausgleich von ihnen verursachter finanzieller Schäden verurteilt werden.

Wir alle hinterlassen im Internet Spuren, die zunehmend von Polizei und Geheimdiensten genutzt werden, um Täter zu ermitteln. Mobbing-Opfer können vor Gericht auch von Kindern Schmerzensgeld erstreiten. Wenn Kinder sich oder Andere bei Sachbeschädigungen filmen oder in Chatgruppen damit prahlen, können sie zu hohen Schadensersatz-Zahlungen verurteilt werden. Spätestens im Wiederholungsfall drohen auch Maßnahmen des Jugendamtes. Gerichte verhängen meist Jugendstrafen wie Sozialstunden, Geldbußen oder Jugendarrest. Zusätzlich können Schüler zeitweise vom Unterricht ausgeschlossen oder ganz von der Schule verwiesen werden.
Unabhängig von der Strafbarkeit können scheinbar harmlose Verstöße zu polizeilichen Ermittlungen mit Hausdurchsuchungen und der Konsequenz führen, dass man für lange Zeit Smartphone, Tablet und Computer für Monate als Beweismittel abgeben muss.
Wenn Jugendliche pornografische Inhalte verbreiten, ist das nach § 184 StGB eine Straftat. Handelt es sich um Jugend- oder Kinderpornografie, dann machen sich auch Jugendliche eines schweren Verbrechens schuldig und müssen mit harten Strafen rechnen. Auch wenn es nur aus Spaß oder zur Provokation passiert, ist jedes Verwenden, Verlinken oder Liken von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wie Nazi-Symbolen, Hitler-Memes oder Hakenkreuzen nach § 86a StGB strafbar. Ein Problem dabei ist, dass schon das Ansehen verbotener Fotos zum automatischen Hochladen auf das eigene Smartphone oder eine Cloud führen kann. Rechtlich ist man dann unbemerkt Besitzer eines illegalen Inhalts und begeht damit eine Straftat.
Es gab sogar schon Anwälte, die Jugendliche zu Straftaten verleiteten, um diese dann mit Abmahnungen abzukassieren.
Genau wie im normalen Leben sind auch in sozialen Medien Beleidigungen und Beschimpfungen, üble Nachrede und Verleumdung (Lügen über Mitschüler und Lehrer) und Cyberbullying (Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen) strafbar. Aber in Chatgruppen haften auch die Administratoren. Auch heimliches Fotografieren oder Filmen von Personen ist nach § 184k StGB eine Straftat und kann zusätzlich eine strafbare Verletzung des Rechts am eigenen Bild sein. Man darf auch keine von Anderen gemachten Fotos oder Videos ohne ausdrückliche Genehmigung veröffentlichen oder verbreiten.
