NR ZDUA

AU Groß,R.

TI Elektroencephalographische und Elektrokardiographische Verlaufsuntersuchungen nach Bolzenschußbetäubung und nach Töten durch Entbluten in der Form des rituellen Schlachtens

QU Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Grades eines DOCTOR MEDICINAE VETERINARIAE durch die Tierärztliche Hochschule Hannover, vorgelegt von Rudolf Groß aus Gangelt, Hannover 1976

PT Dissertation

AB An 15 Kälbern wurden Versuche zur Messung der Herzfrequenz und der Gehirnaktivität unter Schlachtbedingungen vorgenommen. Nach Implantation von Dauerelektroden im Os frontale erfolgten bei 5 Tieren die Messungen während der Bolzenschußbetäubungen und der anschließenden Entblutung. Zehn Tiere wurden in der Form des rituellen Schlachtens getötet.
Die Untersuchungen hatten folgende Ergebnisse:
A. Bolzenschußbetäubung
1. Nach der Bolzenschußbetäubung traten schwerste Allgemeinstörungen (Wellen von 1 bis 2 Hz) im EEG auf, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Schmerzempfindungen ausschließen.
2. Bei 4 Tieren war nach 28 Sekunden die Null-Linie im EEG aufgetreten.
3. Die Herzfrequenz stieg direkt nach der Betäubung auf Werte von über 300 Aktionen in der Minute an.
B. Das Schlachten in der Form des Schächtens
1. Nach dem Entblutungsschnitt in der Form des rituellen Schlachtens trat mit großer Wahrscheinlichkeit binnen 10 Sekunden Bewußtlosigkeit ein.
2. Bei 7 Tieren wurde spätestens ab der 23. Sekunde die Null-Linie im EEG aufgezeichnet.
3. Die Herzfrequenz stieg innerhalb von 40 Sekunden nach dem Schnitt auf Werte von ungefähr 240 Herzaktionen pro Minute.
Die Bolzenschußbetäubung stellt eine geeignete Methode zur Betäubung von Schlachtkälbern dar.
Der Entblutungsschnitt in der Form des rituellen Schlachtens ist, richtig vollzogen, nach den nur geringgradigen Veränderungen im EEG und den fehlenden Abwehrbewegungen der Tiere mit großer Wahrscheinlichkeit schmerzlos. Unbedingt muß ein rechtzeitiger Nachsehnitt ausgeführt werden, um ein rasches Ausbluten zu gewährleisten.

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