NR ZDTU
AU Freesemann,L.
TI Elektroencephalographische und elektrokardiographische Untersuchungen zur Bolzenschußbetäubung beim Schaf
QU Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Grades eines DOCTOR MEDICINAE VETERINARIAE durch die Tierärztliche Hochschule Hannover, vorgelegt von Ludwig Freesemann aus Bätholt, Hannover 1975
PT Dissertation
AB
An fünf Kaninchen wurde eine Methode zur Messung von Gehirnströmen entwickelt und modifiziert bei elf Schafen angewendet. Im Verlauf der durchgeführten Untersuchungen wurde die Wirkung der Bolzenschußbetäubung auf die Funktion der Großhirnrinde und die Herzfrequenz untersucht. Zu diesem Zweck erfolgte die Aufzeichnung des Elektroencephalogramms und Elektrokardiogramms vor, während und nach der Beträubung mit dem Bolzenschußapparat.
Die Untersuchungen ergaben folgende Resultate:
a. Nach der Bolzenschußbetäubung traten im EEG schwerste Allgemeinstörungen (6-Wellen) auf, die bei acht Tieren innerhalb von 17 Sekunden zur Nullinie führten.
b. Die Tiere befanden sich während der Phase, in der langsame Potentialschwankungen gemessen wurden, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, in der Phase ohne jegliche Aktivität, mit Sicherheit in einer Bewußtseinslage, die Schmerzempfindung ausschließt.
c. Der Entblutungsstich ist folglich gleich nach der Betäubung mit großer Wahrscheinlichkeit, während der isoelektrischen Linie mit Sicherheit schmerzlos.
d. Die Herzfrequenz stieg nach der Betäubung auf 260 bis 320 Herzaktionen in der Minute an.
Die Bolzenschußbetäubung stellt bei richtiger Anwendung eine geeignete Methode dar, Schlachtschafe zu betäuben. Die vom Bolzen verursachten Schäden sind sogar so hochgradig, daß nicht nur von einer Betäubung, sondern sogar von einer Tötung gesprochen werden kann (z. B. Schaf Nummer 1008). Voraussetzung ist die vorschriftsmäßige Handhabung: der Bolzenschußapparat muß fest an der richtigen Stelle mit senkrechter Schußrichtung angesetzt werden.
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