NR ZDTS
AU Kaegi,B.
TI Untersuchung zur Bolzenschussbetäubung beim Rind
QU Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Veterinär-Medizinischen Fakultät der Universität Zürich, vorgelegt von Beat Kaegi, Tierarzt von Bauna ZH, Zürich 1988
PT Dissertation
AB
In der vorliegenden Arbeit wurde der Wirkungsmechanismus der Bolzenschussbetäubung beim Rind näher untersucht. Ausgangspunkt der Untersuchung war die Überlegung, dass der Bewusstseinsverlust im Anschluss an die Schussabgabe entweder als Folge einer durch den Bolzen ausgelösten Druckwelle im Zentralnervensystem oder aber als Folge der zugeführten Hirnverletzung zustande komme.
An 9 Kühen wurden während der Betäubung mit dem Bolzenschussapparat Herzfrequenz, Blutdruck und Liquordruck gemessen sowie Reflexprüfungen vorgenommen. Bei 4 der 9 Kühe wurde ausserdem die Lamina externa des Os frontale vor der Bolzenschussbetäubung trepaniert und die Kühe durch diese Öffnung hindurch geschossen. 10 weitere Kühe wurden während der Normalschiachtung beobachtet. Die Gehirne aller 19 Tiere wurden im Anschluss an die Tötung systematisch zerlegt. Anhand von Winkelbestimmungen des Schusskanalverlaufs und makroskopisch anatomischen Beschreibungen der zerstörten Hirnareale wurden die Läsionen dokumentiert. Die Rolle der Basalganglien des extrapyramidalen Systems wurde in Zusammenhang mit der Bolzenschussbahn im Gehirn und dem Auftreten der Krampfanfälle diskutiert.
Folgende Schlüsse konnten aus den Experimenten gewonnen werden:
- Herzfrequenz und Blutdruck stiegen nach der Betäubung an, was als Reaktion vegetativer Zentren im Hirnstamm gedeutet wurde.
- Die Bolzenschussabgabe löste eine deutlich registrierbare Oszillation des Liquordrucks aus.
- Alle 19 Kühe waren nach der Bolzenschussabgabe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wirksam betäubt.
- Bei 58% der Kühe konnten nach der Schussabgabe z.T. heftige Krampfanfälle beobachtet werden.
- Das Auftreten der Krampfanfälle konnte mit abweichenden Schussbahnen in Verbindung gebracht werden.
- Die Trepanation des Os frontale zeigte weder einen Einfluss auf die Höhe der Liquordruckschwankung noch auf das Auftreten, bzw. Nicht-Auftreten von Krampfanfällen.
- Die Hirnbasis wurde in 11 der 19 Betäubungen vom Bolzen nicht erreicht.
- Der optimale Punkt zur Positionierung des Bolzenschussapparates liegt nach unseren Untersuchungen im Schnittpunkt der Linien, die von der Mitte der Hornbasis bis zum äusseren Augenwinkel ziehen.
- Es wurden Anregungen zur Verbesserung des Bolzenschussapparates formuliert.
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