NR ZDEH

AU Troeger,K.; Woltersdorf,W.

TI Die Messung der Stressbelastung des Schweines während der Schlachtung

QU Fleischwirtschaft 1988; 68: 249-254

PT journal article

AB Stress ist als auslösender Faktor für Fleischqualitätsmängel beim Schwein bekannt. Beim Stressgeschehen im Zusammenhang mit der Schlachtung stehen zwei Vorgänge im Vordergrund: Die Zuführung der Tiere zum Betäubungsort sowie die Betäubung selbst. Da die resultierende Fleischbeschaffenheit immer das Ergebnis der Summe aller endogenen und exogenen Einflüsse darstellt, ist es nur bedingt möglich, durch Messung der Fleischbeschaffenheit Rückschlüsse auf die Stärke einzelner Stressoren zu ziehen. Deshalb wurde zur Gewichtung der Stressoren "Zutriebssystem" und "Betäubungsverfahren" die jeweils durch ein solches Verfahren induzierte, ins Blut ausgeschüttete Menge an "Stresshormonen" (Adrenalin, Noradrenalin) bestimmt. Ziel der Untersuchung war es, mit Hilfe dieser Catecholaminbestimmungen die in der Praxis üblichen Zutriebs- und Betäubungsverfahren hinsichtlich ihrer stressauslösenden und somit negativen Wirkung auf die resultierende Fleischqualität bewerten zu können. Blutproben zur Catecholaminbestimmung wurden an ausgeruhten Tieren (Ruhewert), nach Treibbelastung, nach Restrainerpassage (Zwangsförderer) sowie nach verschiedenen manuellen und automatischen Elektrobetäubungsverfahren entnommen. Die Ruhewerte für Noradrenalin und Adrenalin im Plasma betrugen im Mittel 1100 und 200 pg/ml. Nach Treibbelastung (Schlachthofstallung - Betäubebucht) kam es etwa zu einer Verdoppelung der Noradrenalingehalte und etwa zu einer Verdreifachung der Adrenalingehalte. Nach Passage durch einen Zwangsförderer war der Adrenalingehalt im Vergleich zum Ruhewert um ca. das 7fache angestiegen. Jede Art der geprüften Elektrobetäubung, ob manuell mittels Betäubungszange oder automatische in Hochvoltbetäubungsanlagen, führte zu einem sprunghaften Anstieg der Blut-Catecholaminwerte im Vergleich zu den Ausgangswerten vor der Stromeinwirkung. Im Mittel aller Versuchsgruppen stiegen die Adrenalinwerte etwa um das 60fache und die Noradrenalinwerte ca. um das 20fache an. Es betand eine Beziehung zwischen betäubungsinduzierter Catecholaminmenge im Stichblut und der resultierenden Fleischbeschaffenheit. Schlachtkörper mit guter Fleischbeschaffenheit (hohe pH1-Werte) wiesen im allgemeinen keine hohen Catecholaminwerte auf, wogegen umgekehrt niedrige Catecholaminwerte allerdings noch keine gute Fleischqualität bedeuteten.

SP deutsch

Autorenindex - authors index
Startseite Betäubung - home page Stunning

Copyright Ingrid Schütt-Abraham