NR ZCZW
AU Kull,M.
TI Untersuchungen zur Kohlendioxidbetäubung beim Schlachtschwein aus der Sicht des Tierschutzes
QU Vet. med. Dissertation Universität Zürich 1994
PT Dissertation
AB In der vorliegenden Arbeit wurde die Einleitungsphase der Betäubung von Schlachtschweinen mittels Kohlendioxid, wie sie im Schlachthof praktiziert wird, auf ihre Tierschutzgerechtheit überprüft. Ebenso wurde untersucht, ob Modifikationen der CO2-Anflutung eine schonende Einleitung der Betäubung bewirken können. Die Untersuchungen wurden in einer Kammer durchgeführt, welche dem Tier, im Gegensatz zu den Verhältnissen im Schlachthof, während der gesamten Expositionsdauer genügend Raum und festen Boden unter den Füßen bot. An insgesamt 13 Schweinen wurden Verhaltensuntersuchungen unter verschiedenen Anordnungen vorgenommen, um Aufschluss darüber zu erhalten, ob die CO2-Exposition mit Angst- oder Schmerzempfinden verbunden ist. Am Modell der industriellen Kompaktanlage wurde das Verhalten von 12 Tieren in 25 Untersuchungen analysiert. Etwa ein Drittel der Schweine reagierte auf die Einwirkung des CO2 in der Einleitungsphase mit Fluchtversuchen, die im Durchschnitt 22 -/- 5,0 s nach Beginn der Gasanflutung auftraten. Diese konnten eindeutig von exzitatorischen Ruderbewegungen in Seitenlage unterschieden werden, welche nach durchschnittlich 26 -/- 8.9 s begannen. Bis zum Zeitpunkt des Umfallens nach 29 +/- 6.2 s konnten Fluchthandlungen beobachtet werden. Diese waren beinahe ausschließlich gegen die transparente Vorderwand und den Deckel, also zum Licht hin gerichtet. Nach dem Verbinden der Augen (19 Verusche an 8 Schweinen) ging eindeutig hervor, dass die Schmerzwahnehmung bis zum Zeitpunkt des Umfallens erhalten ist. Die Tiere dieser Gruppe zeigten Abwohrverhalten und Schmerzreaktionen auf einen fernausgelösten elektrischen Reiz. Die unter CO2-Exposition beobachteten Verhaltensänderungen waren unabhängig davon, ob das Betäubungsgas langsam (8 Versuche an 4 Schweinen) oder rasch (16 Versuche an 11 Schwinen) angeflutet wurde. in einer letzten Versuchsanordnung wurde durch Substitution des Kohlendioxids mit dem physiologisch inerten Stickstoff gezeigt, dass die narkotische Wirkung des Kohlendioxids und nicht der Sauerstoffmangel für die Betäubung der Schweine ausschlaggebend ist.
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