NR ZCXU

AU Friedli,P.

TI EEG-Abnormitäten bei Kranken mit vagovasalen Synkopen

QU Schweizer medizinische Wochenschrift 1975; 105: 746-752

PT journal article

AB Bei 248 an vagovasalen Synkopen leidenden Patienten wurden im anfallsfreien Intervall in 19.3% der Fälle abnorme EEG-Befunde erhoben. In 2% handelte es sich ausschließlich um Allgemeinveränderungen der Grundaktivität. 12.9% (in der Ruhekurve 9.7%) der Probanden wiesen paroxysmale langsamere und/oder steilere Abläufe und weitere 4.4% (in der Ruhekurve 2.4%) Spitzenpotentiale auf. Bei den Spitzenpotentialen, die signifikant häufiger bei Frauen als bei Männern auftraten, handelte es sich meist um einzelne feine Spitzen bzw. Sharp-waves und nur ausnahmsweise um richtige 'Sharp and slow wave'-Komplexe oder abortive Spike-Waves. Bei 2 Patienten - einem mit normaler und einem mit abnormer Intervallkurve - trat während der EEG-Ableitung spontan ein synkopaler Anfall auf, der sich elektroenzephalographisch in Form generalisierter spannungsreicher (-Wellen ausdrückte, welche in einem Falle transitorisch in isoelektrische Linien übergingen. Es handelte sich dabei um ähnliche EEG-Veränderungen, wie sie von anderen Autoren bei provozierten vagovasalen Synkopen nachgewiesen wurden. Die diagnostische Bedeutung paroxysmaler EEG-Abläufe bei Patienten mit dem klinischen Bild vagovasaler Synkopen wird diskutiert. Bei selten vorkommenden, stark ausgeprägten EEG-Veränderungen ist im Hinblick auf eine Gesamtbeurteilung des Falles eine fachneurologische Untersuchung angezeigt. Eine antikonvulsive Langzeittherapie ausschließlich auf Grund 'dysrhythmischer' Abläufe und/oder einzelner feiner Spitzen im Intervall-EEG bei Patienten mit sonst typischen vagovasalen Synkopen wäre nach Ansicht des Verfassers verfehlt.

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