NR ZCJP
AU Rehm,W.F.
TI Psychopharmaka für Nutztiere als potentielle Wachstumsfaktoren und als Präparate zur Verhinderung von Rangkämpfen beim Zusammenstellen zur Mast und zu Transporten
QU Deutsche Tierärztliche Wochenschrift 1983; 90: 48-52
PT journal article
AB In zahlreichen Versuchen, die sich über mehrere Jahrzehnte hinzogen, ist es bisher nicht gelungen, ein Präparat aus der Gruppe Psychopharmaka zu entwickeln, das für den Einsatz als FIS (Feed Intake Stimulator) im Rahmen der Tierernährung überzeugt. Es konnte vielmehr nachgewiesen werden, dass viele Präparate, die uns aus der Human- und Veterinärmedizin bekannt sind, z.B. Barbiturate, Phenothiazine und auch gewisse Benzodiazepine wie Chlordiazepoxid, Diazepam und andere neuere Benzodiazepine, eine relevante wachstumsfördernde Wirkung für Nutztiere nicht besitzen. Ein Einsatz dieser Präparate in der Tierernährung wird deshalb nachdrücklich abgelehnt. Als einzige Ausnahme käme das zur Zeit in den USA in Bearbeitung befindliche Elfazepam in Frage, dessen Praktikabilität jedoch erst nach Abschluss seiner Entwicklung zu beurteilen ist. Der Einsatz von Psychopharmaka zur Milderung der Rangkämpfe bei Neugruppierungen und während des Transportes von Schweinen und zur Milderung der die Tiere sehr belastenden Aufregungserscheinungen bei Rindern und Pferden während des Transportes ist allein schon aus tierschützerischen Erwägungen gerechtfertigt, abgesehen davon, dass sie auch für das Wartungspersonal den Umgang mit den Tieren erleichtern. Die Auswahl der speziesabhängig wirkenden Präparate richtet sich zunächst nach der Tierart und nach den speziellen pharmakologischen Eigenschaften des Präparates. Für einen Transport zum Schlachthof kommen nur solche Präparate in Frage, bei denen das Rückstandsproblem im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen gelöst wurde.
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