NR ZCEG
AU Lambooy,B.; Lagendijk,J.; van Rhoon,G.
TI Möglichkeit der Betäubung von Schlachtschweinen mit 434 MHz Mikrowellen
QU Fleischwirtschaft 1989; 69: 1037-40
PT journal article
AB Versuche mit Mikrowellenantennen wurden durchgeführt, um die Möglichkeiten einer Verwendung von 434 MHz Mikrowellen bei der Betäubung von Schlachtschweinen im Schlachthaus zu prüfen. Zuerst wird eine Pilotstudie mit Ratten beschrieben, wobei die zur Betäubung nötige Temperaturzunahme im Gehirn bestimmt wurde. Dazu wurden die Köpfe von 20 männlichen Ratten bei verschiedenen Stromstärken (20, 40 und 75 A) und Zeiten (1,5 bis 2,5 s) bestrahlt (2450 MHz). Die Ratten wurden klinisch als betäubt angesehen, wenn die Temperatur im Gehirn (nach Dekapitation gemessen) ueber 47,3 Grad C angestiegen war. Bei zwei Tierkörpern wurden hitzebedingte Veränderungen in der Halsmuskulatur und bei 12 Tierkörpern vereinzelt oder mehrfach Blutungen in der Schulter festgestellt. Sechs Köpfe von Schlachtschweinen wurden mit 434 MHz Mikrowellen und zwar mit einer wassergefüllten oder einer polyethylengefüllten Antenne behandelt. Dabei wurde die höchste Temperaturzunahme in der Unterhaut beobachtet. Die gemessene Absorption in der Mitte des Gehirns betrug bei Verwendung der wassergefüllten Antenne 1,4E-4 Grad C/J. Bei Benutzung einer polyethylengefüllten Antenne war die Absorption auf 1,25E-4 Grad C/J kalkuliert und könnte die Absorption maximal 2,0E-4 Grad C/J betragen. Das bedeutet, dass die abgegebene Leistung des Mikrowellengenerators zwischen 45 und 70 KW liegen muss, um Schlachtschweine innerhalb einer Sekunde zu betäuben. Daraus wird gefolgert, dass eine Betäubung von Schweinen mit 434 MHz Mikrowellen möglich ist. Wegen technischer und wirtschaftlicher Probleme sowie aus Sicherheitsgruenden ist aber die Anwendung dieser Technik in Schlachthäusern derzeit nicht zu empfehlen.
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