NR ZCBA

AU Guck,R.; Kayser,K.; Raule,W.; Zink,K.

TI Der Einfluß hochgespannter Wechselströme auf das Herz

QU Zeitschrift für die gesamte experimentelle Medizin 1954; 123: 369-395

PT journal article

AB Es wird über die Einwirkung von technischem Wechselstrom mit Stromstärken von 0,5 bis 50 A auf das Herz berichtet. Die Versuche wurden an Hunden durchgeführt. 2. Auch Stromstärken über 10 A können Kammerflimmern auslösen, wenn der Strombeginn in die T-Zacke fällt. Fällt er außerhalb der T-Zacke, so kommt es nur dann zum Flimmern, wenn die Stromdauer das mehr als 6fache des RR-Abstandes beträgt. (Bei Schwachströmen mehr als das 1.4 fache). 3. Ist die Stromdauer kürzer, als diesem Wert entspricht, so weist das Herz nach dem elektrischen Schlag mitunter schwere elektrokardiographische Schäden auf, welche sich aber meist rasch zurückbilden. 4. Die obere Flimmergrenzstromstärke rückt bei kontinuierlich absinkender Spannung hinaus, so dass das Herz bei einem solchen Spannungsverlauf auch bei höherer Stromstärke als sie der normalen oberen Schwelle entspricht, flimmern kann. Bei iterativen Schocks mit kleinen Sprüngen wird sie gedrückt. 5. Insuffiziente Herzen sind mehr flimmergefährdet als normale. Ebenso solche, deren Herzbeutel eröffnet ist. Auch wenn das Tier mit Curare oder Acetylcholin behandelt ist, besteht erhöhte Flimmergefahr. 7. Beim Kammerflimmern durch Starkstrom herrscht spontan die geräuscharme Flimmerform vor, die sich aber pharmakologisch in die auf elektrischen Gegenschock gut ansprechende Schwebungsform überführen lässt. 8. Gleichstrom relativ niedriger Stromstärke (bis 1.5A) führt ebenfalls zu Kammerflimmern, sofern der Strom hinreichend lange fliesst. Der aufsteigende Strom scheint gefährlicher. 9. Die Blutdrucksteigerung nimmt bei hohen Strömen enorme Werte an (über 300 mm Hg), erhebliche Verbrennungen werden besonders bei langen Stromflussdauern beobachtet.

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